
Mit dem irischen Ausnahmegitarristen Tommy Halferty holt Jürgen Schwab einen in seiner Heimat hochgeschätzten Musiker erstmals ins Rhein-Main-Gebiet. Die beiden haben bei einer zufälligen Begegnung in Frankreich festgestellt, dass sie einen gemeinsamen Freund hatten: Den 2015 verstorbenen amerikanischen Meisterschlagzeuger Keith Copeland, mit dem Halferty in den 90er Jahren zwei Trio-Alben als „Irish Connection“ veröffentlicht hat (SteepleChase 1996 und 1997). So entstand der Plan, Tommy für Konzerte nach Frankfurt zu holen.
Tommy Halferty: Auftritte oder Projekte mit George Mraz, Lee Konitz, Martial Solal, John Abercrombie, John Etheridge, Dave Liebman oder auch Stéphane Grappelli machten Tommy Halferty in seiner Heimat und darüber hinaus bekannt. Auch mit der englischen Sängerin Norma Winstone hat Halferty seit den 90er Jahren wiederholt zusammengearbeitet.
In anderen Projekten widmete sich der Gitarrist der Kombination von Jazz mit der Folklore aus Irland aber auch aus anderen Teilen der Welt (u.a. mit Ramesh Shotham). Als gefragter Dozent unterrichtet er außerdem an diversen Hochschulen und Workshops und war u.a. auch Gastdozent am Bostoner Berklee College.
In seinem von großer Spiellust und Spontaneität gekennzeichneten Stil treffen Einflüsse aus dem Irish Folk auf ein Jazzverständnis von großer harmonischer Tiefe, melodischem Erfindungsreichtum und rhythmischer Offenheit. Tommy gilt als einer der ersten irischen Jazzmusiker, der einen eindeutig einheimischen Stil in ein weltweites Umfeld exportierte. 2004 wurde er auf dem Derry City Jazz Festival mit dem Preis für den besten irischen Künstler ausgezeichnet.
https://www.youtube.com/watch?v=zNSzzJ1Y1oA (Tommy Halferty & Norma Winstone)
https://www.youtube.com/watch?v=zBv9TkXLd1g (Tommy Halferty Trio)
Mit neuen Projekten meldet sich der Gitarrist Jürgen Schwab zurück auf der Jazzszene, nachdem er in den letzten Jahren vor allem als Journalist (hr2-kultur) Präsenz gezeigt hatte. Ein klares Bekenntnis zu Melodien, denen er mit sensiblem Anschlag und dem perlend singenden Ton seiner halbakustischen Gitarre Leben einhaucht, sind Merkmale seines Spiels.
Jürgen Schwab (Jahrgang 1962) studierte in Frankfurt und am Berklee College in Boston, Massachussetts, bevor er in Gießen bei Ekkehard Jost als Musikwissenschaftler promovierte. Das dabei entstandene Buch „Die Gitarre im Jazz – zur stilistischen Entwicklung von Anfängen bis 1960“ (ConBrio 1998) gilt als Standardwerk zum Thema. Als Musiker spielte Schwab u.a. mit Emil Mangelsdorff, Günther Lenz, Tony Lakatos, Dirk Raufeisen und dem Frankfurter Hammond-Organisten Klaus Göbel. Außerdem begleitete er den legendären Konzertveranstalter Fritz Rau als Gitarrist und Sänger bei dessen Lesereisen. Nach Lehraufträgen u.a. an der Folkwang Hochschule in Essen und Dr. Hochs Konservatorium in Frankfurt erhielt er 2018 eine Professur am Mediencampus Dieburg. Daneben arbeitet er als Jazzjournalist (hr2, „Der Frankfurt Sound“) und ist seit 2016 einer der drei Programmgestalter des Deutschen Jazzfestivals Frankfurt.
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