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Laudatio von Dr. Jochen Schild

Der Jazz Club Hanau e.V. erhielt den
Kulturpreis des Main-Kinzig-Kreises 2012
(Sonderpreis der Kulturpreis-Jury)

 

Anlässlich der Verleihung des Kulturpreises des Main-Kinzig Kreises im Forum, Gelnhausen
am 21.November 2012

Laudatio: Preisträger Jazz Club Hanau e.V.

Im Jazzkeller Hanau wird live Musik gespielt. Die Bands treffen hier auf ein echtes Publikum. Heute ist ein solcher Ort längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Auch in Hanau und dem Rest des Main-Kinzig-Kreises sind in den vergangenen Jahren immer mehr Musikclubs von der Bühne verschwunden. Der Jazzkeller hingegen ist immer geblieben, was er war, hat sich über alle – oft kurzlebigen - Trends hinweggesetzt. Und das seit mehr als 30 Jahren. Man kann sagen: Der Jazzkeller Hanau ist bei vielen Fans im gesamten Rhein-Main-Gebiet längst zu einer Institution geworden.
Die Musik, die auf der kleinen Bühne im Kellergewölbe der Philippsruher Allee 22 allwöchentlich zu hören ist, entstand aus dem lebendigen Zusammenspiel von Künstlern in den verschiedensten Ländern der Welt. Die Rede ist von Jazz, Blues, Reggae, Salsa, Rock oder Swing – kurz, all jenen Stilrichtungen, für die jene Bands stehen, die im Jazzkeller auftreten. Diese Bands wiederum bringen ihre eigenen Variationen dieser Musik mit, die das Publikum dann live und somit in einer ganz einzigartigen Version erleben kann.
Massenmedien und der Markt, zuletzt vor allem auch das Internet, haben Musik weltweit verbreitet und für viele Menschen hörbar gemacht. Der Preis dafür allerdings ist hoch. Aus der Musik wurde eine Ware, die Zuhörer zählen als Käufer an einem Markt, von starker Konkurrenz geprägt ist. Und deshalb bestimmt heute der Markt, was gespielt wird. Maßstab ist, was der Masse gefällt, die Charts bestimmen, was verbreitet wird: über Radio und Fernsehen oder auch in den Discotheken. Und wenn irgendwann einmal eine bestimmte Musik nicht mehr „mehrheitsfähig“ ist, sprich: die Verkäufe zurückgehen, wird eben eine andere Art von Musik präsentiert und verkauft. Denn die Begeisterung der anonymen Masse ist kurzlebig. Nicht das lebendige Publikum in einem Club vor einer Bühne, der Markt scheint heute das Maß aller Musik – und live out zu sein.
Indes: Das lebendige Publikum, die direkte Resonanz, die von einem Raum auf die Bühne schwappt, die Gefühle, die ein Künstler dabei empfängt und selbst empfindet – all das ist und bleibt das Lebenselixier eines jeden Musikers, der sich einem Stil verschrieben hat, den er spielt, pflegt, variiert und bereichert.
Und genau ein solcher unverfälschter Ort ist eben der Jazzkeller: Jazz, Blues, Reggae, Salsa, Rock, Swing: All das wird in alten und neuen Versionen live dort geboten. Nicht der Markt wird dort bedient, sondern Livemusik gepflegt. Bands finden dort ein lebendiges und dankbares Publikum – und das wissen beide übrigens sehr zu schätzen.
Das ist das Besondere am Jazzkeller. Er bietet auch jener Musik eine Bühne, die vom Markt aufgegeben wurde, die aus den Hitlisten verschwunden ist oder nie dort stand. Die aber trotzdem überlebt, weil es Bands und ein Publikum gibt, die gestern wie heute Spaß an echter, qualitätvoller Musik haben. Die während eines Konzerts miteinander ein Erlebnis teilen, wie es keine noch so ausgefeilte Musikanlage daheim oder in einer Disco zu bescheren vermag.
Klassische Musik und Kirchenmusik wird von Institutionen gepflegt. Musik wie Jazz, Blues oder Rock`n Roll, die Spaß macht aber nicht mehr massenkompatibel ist, hingegen hat es schwerer. Im Jazzkeller Hanau hat sie eine dauerhafte Heimat gefunden. Und das ist in erster Linie konkreten Personen zu verdanken: ihrer Liebe zu handgemachten Musik, ihrer Liebe zu dieser unverwechselbaren, auf ihrer Weise so charismatischen Kulturstätte in Hanau und ihrem unermüdlichen Engagement. Dass sie alle übrigens völlig ehrenamtlich leisten, im Dienste von Musik und Publikum. Denn der Jazzkeller, man glaubt es angesichts des kontinuierlichen Betriebs und des hochkarätigen Programms, wird nicht von professionellen Veranstaltern, sondern von einem Verein betrieben, dem Jazzclub. Hinter dem wiederum Menschen stehen: Monika Marner etwa, die für das Programm verantwortlich ist, und ohne deren hervorragende Kontakte zu vielen Bands, ein so hochkarätiger Konzertbetrieb gar nicht möglich wäre. Den Betrieb aufrechterhalten 30 aktiven JK Mitglieder , 2 bis 3,die jedes Wochenende hinter der Theke stehen und die Gäste mit Getränken bewirten und zwei die Dienst an der Kasse machen. Der Dienst beginnt vor 19 Uhr und geht bis lange nach Mitternacht. Jeden Freitag und Samstag. Besonderes Angebot: am ersten Mittwoch im Monat, „Blues Night“ und der dritte Montag im Monat zur „Jam Session“, beides Eintritt frei.
Diese ehrenamtlich Tätigen sind es, die gewährleisten, dass in der Region Livemusik im wahrsten Sinne des Wortes am Leben bleibt, sie geben Jazz, Blues, Soul, Rock´n Roll oder Salsa eine Chance, die der massenmediale Markt ihnen versagt. Der Jazzkeller ist deshalb neben Kirchen und Konzertsälen eine wichtige Einrichtung für die Pflege einer lebendigen Musikgeschichte und Musikszene, die bislang ohne ein institutionelles Mäzenatentum am Leben geblieben ist. Diese Ehrenamtlichen haben diesen besonderen Kulturpreis des Main Kinzig Kreises wahrlich verdient.